Pressespiegel 2018-2019

24.10.2018 gelebte Integration

Quelle: Kieler Nachrichten

 

2018_10_24 gelebte Integration

Weibliche Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt bringen ist das Ziel des Netzwerks aus Beratungsstellen, Flüchtlingshelfern und Akteuren aus Behörden und Verbänden im Kreis. Quelle: Nadine Materne

Kreis Segeberg. Wie schwer es ist, die Hürden zum Arbeitsmarkt zu überwinden, kennt Mechthild Bening. Die Bebenseerin unterstützt seit Jahren Flüchtlinge bei der Integration. „Das erste Zurechtfinden hat geklappt, aber nun brauchen wir den zweiten Schritt.“ Individuelle Hilfen seien notwendig, vor allem um das Sprachniveau auf ein berufstaugliches Niveau zu bringen.

Zum fünften Treffen des noch jungen „Netzwerkes weibliche Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt“ gestern hat sie drei Migrantinnen mitgebracht. Ihr Problem: Keine der drei Frauen bekommt die nötigen Sprachkurse. An dem Konferenztisch im Berufsbildungszentrum sind Vertreter aus der Flüchtlingshilfe, der Arbeitsvermittlung, verschiedener Berufs- und Ausbildungsberatungen sowie Gleichstellungsberatungen versammelt.

Gut zwei Dutzend Partner haben sich zusammengeschlossen

Seit der Gründung des Netzwerkes im Oktober 2016 haben sich gut zwei Dutzend Institutionen der Arbeitsgruppe angeschlossen, um ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu bündeln. Ausgegangen war die Initiative von der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Dagmar Höppner-Reher, und der Beratungsstelle Frau und Beruf, die das Thema Arbeitsintegration weiblicher Flüchtlinge damals selbst noch nicht auf dem Zettel hatten. 

„Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren ist an sich schon eine Herausforderung“, sagt Silke Knuth, Beraterin von Frau und Beruf Segeberg. Noch schwieriger werde es, wenn es geflüchtete Frauen sind. Und dabei gehe es nicht um allein um die Frage der Kinderbetreuung. „Die Frauen wissen nicht, wie wie hier Ausbildung und Arbeitsmarkt funktionieren“, sagt Fatih Sengenc, Koordinator der berufsschulpflichtigen Jugendlichen am Bad Segeberger Berufsbildungszentrum (BBZ). Zwar gibt es inzwischen eine Vielzahl von Angeboten verschiedener Träger, doch die seien nicht allen bekannt – im Netzwerk werden diese Informationen gebündelt. 

So habe die Beratungsstelle Frau und Beruf über das Netzwerk etwa eine Sprachmittlerin gefunden, die hilft, die häufig komplizierten Ausbildungs- und Arbeitsvoraussetzungen zu erklären. Oder von einer Berufsmesse für Flüchtlinge erfahren. „Man muss sich verdeutlichen wie komplex unser Ausbildungssystem ist“, betont Beate Hainer, DaZ-Beauftragte am BBZ Norderstedt. Mit einer Vielzahl von Schulabschlüssen und Möglichkeiten sich weiterzubilden. Das lebenslange Lernen sei ein Vorteil, aber die langen Ausbildungszeiten seien für Geflüchtete oft ein Aha-Erlebnis mit Frustrationspotenzial.

Erste Erfolge gibt es, aber viele Flüchtlinge haben falsche Vorstellungen

Falsche Vorstellungen bei den Frauen seien oft ein Thema, weiß Birgit Wacker, Willkommenslotsin bei der Handwerkskammer. Sie berichtet von einer Frau, die als Bürofachkraft arbeiten wollte und dachte, das nebenbei lernen zu können. Über eine Assistenzstelle lerne sie nun, was alles zu dem Job dazugehört. Sabine Bruhns von der Handwerkskammer schildert den Fall einer jungen Frau, die studieren wollte. „Das ging nicht.“ Inzwischen aber mache sie eine Ausbildung zur pharmazeutischen Assistentin. Es gibt erste Erfolge.

Von Nadine Materne

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