Pressespiegel 2014-2015

Zeitzeugen lassen Norderstedts Geschichte lebendig werden

Norderstedt (em) Im Jahr zahlreicher Gedenkfeiern, anlässlich derer sich Deutschland seiner geschichtlichen Verantwortung stellt, ermöglicht das BBZ Norderstedt Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums die lebendige Begegnung mit den dunklen Kapiteln unserer nationalen Vergangenheit.

Ermöglicht wird dies durch das Engagement des Oberstudienrates Günter Dieckmann und die Bereitschaft der von ihm eingeladenen Zeitzeugen. Da ist zum einen Herr Gerhard Hoch (92 J.), Zeitzeuge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und nun 1. Vorsitzender des Trägervereins KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e. V. . Gerhard Hoch ist ein Zeitzeuge par excellence der NS-Zeit, da er zunächst durch seine Erfahrungen als Pimpf in der Hitlerjugend verführt und zu einem glühenden Verfechter der nationalsozialistischen Ideologie wurde.

Erst durch seine Kriegsgefangenschaft wurde ihm bewusst, welchem menschenverachtenden Regime er verfallen war. Es war wohl dieses Erschrecken, das ihn im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte die Wandlung vom Saulus zum Paulus durchlaufen lies. Seine Erfahrungen und Einsichten hat Herr Hoch in mehreren Schriften veröffentlicht. Über einen weitaus jüngeren Teil deutscher Geschichte, nämlich ihr Leben in und Flucht aus der DDR, berichtete Frau Else Theves (85 J.) in Begleitung ihrer Tochter. Ende der 1950er Jahre lebten Frau Theves und ihr Ehemann noch in Westdeutschland.

Aus vielerlei Gründen, jedoch nicht politisch motiviert, siedelten sie dann zwei Jahre vor dem Bau der Mauer nach Ostberlin über. Als sie des repressiven Alltags unter der SED-Herrschaft gewahr wurden, war es zu spät – der Weg nach Westen war versperrt. Erst im Oktober 1972 gelang der Familie nach minutiöser Planung dann doch letztlich Flucht über die Tschechoslowakei und Österreich in die Bundesrepublik. Beide Zeitzeugen fanden in den Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums eine andächtige lauschende und interessiert fragende Zuhörerschaft. So war es nicht verwunderlich, dass beide Seiten die gemeinsam verbrachte Zeit als sehr bereichernd empfanden.

Quelle: Stadtmagazin Norderstedt vom 07.05.2015

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